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Gernot Ortmanns

Gernot Ortmanns

Als klinisch tätiger Arzt und ehemaliger Unternehmensberater und Projektmanager ist das Spektrum der Themen, die mich interessieren sehr breit. Die sehr internationale Ausrichtung - ich habe neben Deutschland auch in Australien und der Schweiz gelebt und gearbeitet - verleiht mir eine Perspektive, die ich ohne diese Erfahrung so nicht hätte. Ich hoffe, ich kann meinen geneigten Lesern ein Stückweit diese Perspektive vermitteln und zu einer differenzierteren, vielschichtigeren Sicht der Dinge beizutragen.

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Die Europäische Union - Kultur als Sprengstoff

Mittwoch, 24 Mai 2017 00:46 Publiziert in Europa

Die  Bilder in den Medien gleichen einander. Politiker stehen vor den Kameras und beschwören den europäischen Geist und verweisen darauf, dass Europa als Projekt friedensstiftend sei und daher auf keinen Fall scheitern dürfe. Das Schreckgespenst eines neuen großen Krieges wird heraufbeschworen, sollte das Projekt Europa scheitern und der Weg hin zu den "Vereinigten Staaten von Europa" als alternativlos bezeichnet. Die Phrasen kennen wir inzwischen fast auswendig, einzig die jeweiligen Krisen wechseln und rütteln an den Grundfesten der EU. Ein kritisch denkender Mensch kommt jedoch nicht umhin sich zu fragen, ob denn wirklich alles so alternativlos ist und welche Fehler das Gesamtkonzept der EU enthält, die zu eben diesen ständigen Krisen führen.

Trumps Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen von Paris

Freitag, 02 Juni 2017 00:33 Publiziert in Welt

Nun ist es also passiert, Donald Trump hat den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz verkündet. Soweit nicht weiter erstaunlich, bedenkt man erstens seine generelle politische Richtung und zweitens die - sagen wir einmal - etwas einseitigen Quellen, aus denen er seine Informationen zu ziehen scheint. Wenn jemand mehr auf ultrakonservative und rechtspopulistische Nachrichtenkanäle hört als auf die weitaus tiefergehenden und ausgewogenen Informationen, die ihm als Präsident - so nehme ich zumindest an - eigentlich zur Verfügung stünden, dann ist das hinlängliche Erklärung for den offenbar beschränkten Horizont, den diese Entscheidung erkennen lässt. Was aber erstaunt ist die weltweite Reaktion. Man könnte fast meinen, dieser Schritte hätte den Rest der Welt völlig überrascht, dabei muss man sich nur Trumps Prioritäten und die seiner Anhänger und Wähler ansehen um zu erkennen, dass der Ausstieg nur ein weiterer Schritt auf dem eingeschlagenen Pfad ist. Aber wie schlimm ist der Ausstieg der USA nun wirklich für unseren Planeten?

Deutsches Gesundheitssystem nur Mittelmass

Montag, 22 Mai 2017 00:15 Publiziert in Deutschland

Vor wenigen Tagen wurde im renommierten wissenschaftlichen Fachjournal The Lancet eine Studie veröffentlicht, die Verfügbarkeit und Qualität der Gesundheitsversorgung in 195 Ländern weltweit verglichen hat (auch als PDF im Volltext verfügbar). Dabei wurde die Sterblichkeit bei 32 ausgewählten Krankheiten betrachtet, die mit heutiger Medizin gut zu behandeln sind. Auf dieser Basis wurde ein Index berechnet, der nicht nur Rückschlüsse auf die Qualität des Gesundheitssystems zulässt, sondern auch einen Vergleich zwischen dem Endzeitpunkt der Studie 2015 und dem Anfangsjahr 1990 erlaubt.

Rüstungsgeld - so wäre es sinnvoller verwendet

Montag, 15 Mai 2017 23:59 Publiziert in Deutschland

Trump hat auf dem NATO-Gipfel eine Erhöhung der Rüstungsausgaben auf 2% des Bruttoinlandsprodukts gefordert und damit natürlich zunächst einmal die Interessen der USA im Fokus. Aber was bedeutet dies für uns? Was zunächst nach wenig klingt, sind in Wahrheit viele Milliarden Euro. Im Fall Deutschland beliefen sich die Verteidigungsausgaben im Jahr 2016 auf rund 1.2% des Bruttoinlandsprodukts, immerhin 36,6 Milliarden Euro in absoluten Zahlen. Wollte man Trumps Forderung erfüllen müsste Deutschland Jahr für Jahr zusätzlich mindestens 25 Milliarden Euro aufwenden und das in einer Zeit knapper Kassen und zunehmend asymmetrischen Bedrohungen, gegen die konventionelle Armeen wenig Verteidigung bieten. Aber Zahlen in dieser Grössenordnung sind so schwer fassbar, so abstrakt, dass wir uns kaum eine Vorstellung davon machen können. Daher ein paar Beispiele, was man anstatt zusätzlicher Waffen für 25 Milliarden Euro bekäme.

Heute hat der US-Präsident Donald Trump auf dem NATO Treffen in Brüssel seine Forderung nach höheren Militärausgaben erneut bekräftigt. Er verlangte in scharfem Ton, dass alle Nato-Staaten 2 % ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben sollen. Bedenkt man, daß diese Forderung aus dem Mund des Präsidenten eines Landes kommt, in dem er und seine Partei eine allgemeine Krankenversicherung zu verhindern, weil diese zu teuer sei, dann kann man als Europäer angesichts der hier deutlich werdenden Prioritäten nur noch den Kopf schütteln. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, Trump zu unterschätzen. Er mag ein Narzist und Egomane sein, aber er ist insgesamt nicht dumm und als erfahrener Geschäftsmann immer auf seinen Vorteil bedacht. Die Ansage an die Welt kam bereits bei der Amtseinführung, nur scheinen Politiker weltweit in ihrem Versuch, die Beziehungen zu den USA weiterhin gut zu gestalten, diese zu ignorieren. "America First" waren die Worte, die Trump sogar mehrfach wiederholte. Dies passt nicht zu einer Beziehung auf Augenhöhe, in der beide Partner gleichermaßen profitieren. Trump beansprucht für Amerika einen Vorteil und genau in diesem Kontext ist auch die Forderung nach einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben der NATO-Länder zu sehen.

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